Ausfall einer privaten Darlehensforderung muss als Verlust steuerlich berücksichtigt werden.

Wegweisendes BFH-Urteil

Ausfall einer privaten Darlehensforderung muss als Verlust steuerlich berücksichtigt werden.

Deutschlands höchstes Finanzgericht hat zugunsten der Steuerzahler entschieden. Wer sein Geld aus einem privat gegebenen Darlehen nicht zurückbekommt, kann den Verlust geltend machen.
Geklagt hatte ein Ehepaar aus NRW, das privat 24.000 EUR zu 5% Zinsen verliehen hatte. Der Schuldner konnte nicht mehr zahlen und meldete Insolvenz an. Bisher blieben die Darlehensgeber auch steuerlich auf der Forderung sitzen, da die Finanzämter Vermögen und Gewinne bei der Versteuerung von Kapitalerträgen getrennt betrachteten. Laut BFH müssen nun nicht zurückgezahlte faule Kredite steuerlich ebenso anerkennen wie Verluste beim Verkauf von Forderungen.

Positives Signal im Hinblick auf Privatkredite und Crowdfunding

Aus unserer Sicht wird das Urteil enorme Auswirkungen haben, denn Private Darlehen sind keine Seltenheit mehr. Im Internet werben verschiedenste Plattformen, wie z.B. auxmoney, für die Geldanlage in Form Privater Darlehen. Auch Crowdfunding-Plattformen basieren in der Regel auf der Vergabe von Darlehen. Sollte sich die freundliche Wirtschaftslage wieder abschwächen, dürfte es auch in diesen Bereichen vermehrt zu Forderungsausfällen kommen. Eine Beteiligung des Finanzamtes wird dann den Verlust zwar nicht ausgleichen, aber zumindest etwas mindern können.

Streitfälle vorprogrammiert

In seinem Urteil vom 24.10.2017 (VIII R 13/15) hat der BFH festgestellt, dass ein steuerbarer Verlust aufgrund eines Forderungsausfalls erst dann vorliegt, wenn endgültig feststeht, dass keine Rückzahlungen mehr erfolgen werden. Strittig dürfte in Zukunft sein, ab wann feststeht, dass die Rückzahlung nicht mehr erfolgen wird. Die bloße Eröffnung eines Insolvenzverfahrens dürfte hierzu kaum ausreichen, da das Darlehen zumindest teilweise noch aus der Insolvenzmasse zurückgeführt werden könnte. Die Frage wann feststeht, dass keine Rückzahlung mehr zu erwarten ist, dürfte in Zukunft zu einigen Diskussionen mit den Finanzämtern beitragen.  Das Finanzgericht hat angekündigt sich zu dieser Frage noch einmal Feststellungen äußern zu wollen.

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